Das Museum / Seine Geschichte

Direkt am Place Stanislas ist das Musée des Beaux-Arts eines der Leuchtfeuer des kulturellen Lebens in Nancy. Das Museum beherbergt die Werke der größten Künstler in der Geschichte der europäischen Kunst: Perugino, Caravaggio, Rubens oder Delacroix. Seine Sammlungen umfassen besonders viele Werke aus dem 20. Jahrhundert, insbesondere die Glasarbeiten aus der Sammlung von Daum, die in der alten Festungsanlage von Nancy oder im dem Konstrukteur Jean Prouvé gewidmeten Raum ausgestellt ist.

Ein Kunstmuseum, Place Stanislas

Im alten Pavillon aus dem 18. Jahrhundert

Das Museum befindet sich in einem Pavillon aus dem 18. Jahrhundert, der Teil des außergewöhnlichen architektonischen Komplexes ist, der durch den Architekten des Königs Stanislaus, Emmanuel Héré, entworfen wurde. Beim Eintritt in diesen Pavillon kann der Besucher die Qualität der Säulenhalle mit den farbigen Stuckaturen sowie die Treppe bewundern, die als prächtiges Beispiel für die mit Kunstschmiedearbeiten verzierte Innenarchitektur von Jean Lamour gilt.  Über diesen Raum gelangt man in den Buchladen und im Erdgeschoss öffnet er sich einem ersten Anbau, der 1936 durch Jacques und Michel André realisiert wurde.

Neu erfunden im 21. Jahrhundert

Mit einer zweiten Erweiterung im Jahre 1999 konnte die Fläche des Museums verdoppelt werden. Es wurden neue Räume für die Besucher eingerichtet: ein Auditorium, Säle für Sonderausstellungen, ein Raum für grafische Kunst, ein Dokumentationszentrum und ein Atelier für Kinder. Dieser Ausbau wurde Laurent Beaudouin anvertraut, der es gemeinsam mit seinem Team verstand, sich dem Rahmen einer voll und ganz zeitgenössischen Architektur anzupassen und dabei den außergewöhnlichen Standort des Place Stanislas nicht außer Acht zu lassen.

Im Jahr 2011 leitete der Architekt Luca Lotti größere Baumaßnahmen, im Rahmen derer ein neuer museografischer Rundgang eingerichtet wurde. Dieser Rundgang umfasst einen Raum, der allein den Werken des aus Nancy stammenden Kunstschmieds und Designers Jean Prouvé gewidmet ist.
Im Keller tauchen die Relikte der alten Befestigungsanlagen der Stadt (15.–17. Jahrhundert) die Besucher ins Zentrum der Geschichte des alten Herzogtums Lothringen und beherbergen eine spektakuläre Szenografie, die berühmte Glassammlung von Daum.

Das Museum in Nancy, ein Museum geboren während der Französischen Revolution

Die Gründung des Museums in Nancy ist beispielhaft für die Geburt der Museen in Frankreich während der Französischen Revolution und des Kaiserreichs.

Die Zusammensetzung der Sammlungen : revolutionäre Beschlagnahmen

Während der Französischen Revolution wurden die Vermögenswerte der Kirche beschlagnahmt. Diese Beschlagnahmen sollten den Kern der Sammlungen der Museen bilden. In Nancy stammen die Gemälde hauptsächlich aus Lothringen, insbesondere von Bellange. Anschließend folgen italienische Werke aus dem 17.

Jahrhundert, die hauptsächlich von Caravaggio, Reni und Morandi stammen, die von den privilegierten Beziehungen zeugen, die das Herzogtum Lothringen zu den italienischen Herzogtümern und zum Papsttum pflegte. Die Schulen aus dem Norden sind ebenfalls vertreten, und zwar in Person von Seghers. 

Die von den Auswanderern, die vor der Revolution aus Frankreich flohen, beschlagnahmten

Objekte kamen insbesondere den sogenannten „Genres Mineurs“ zugute, zu denen vor allem Landschaften, Stillleben und Porträts von französischen Künstlern wie Girardet, Claudot und Vallayer und Künstlern aus den Schulen des Norden, darunter Jordaens und Lievens, gehörten. 

Die Zusammensetzung der Sammlungen: die Sendungen des Kaiserreichs 

Mit der Unterzeichnung des Friedensvertrags zwischen Frankreich und Österreich im Schloss Lunéville (1801) sendet das Kaiserreich eine Auswahl von 30 Gemälden aus dem aktuellen Museum Louvre (Hauptmuseum). Nach den Feierlichkeiten beansprucht das Département Meurthe diese Werke für sein Museum, was durch den Kaiser genehmigt wird. Das Museum in Nancy erhält somit vor dem Chaptal-Dekret vom 1. September 1901 ein exemplarisches Ensemble an französischen Malereien aus dem 18. Jahrhundert: Boucher, Lemoyne, De Troy, Van Loo und Vouet für das 17. Jahrhundert.

Das Chaptal-Dekret vom 1. September 1801 erwies sich als Gründungsakt für alle Museen der Provinz. Der Staat verteilte im ganzen Land Werke, die aus der Verstaatlichung der Kirchengüter, den Beschlagnahmen der Vermögenswerte von Auswanderern oder den Beschlagnahmen durch französische Truppen, insbesondere in Italien, stammten. In Nancy bestand die erste Charge aus 44 Gemälden. Der Großteil stammt aus Frankreich: aus königlichen Sammlungen, aus der Beschlagnahme von Adligen, aus der Académie de Peinture et de Sculpture (Akademie für Malerei und Bildhauerei) oder aus Pariser Kirchen. Andere Werke wiederum stammen aus französischen Eroberungen zwischen 1794 und 1799: Diese Charge zeugt von einem enzyklopädischen Willen, da sie Malereien von allen Schulen und aus verschiedenen Epochen umfasst. Die französischen und italienischen Schulen sind am stärksten vertreten, gefolgt von der flämischen Schule: Champaigne, Perugino, Cigoli, Rubens, van Hemessen.

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