Möbel genannt Cité

Metallische Möbelstücke der Cité Universitaire de Monbois in Nancy bestehend aus einem Stuhl, einem Schreibtisch, einem Sessel, einem Bett und einem Regal, 1930-1932

Ich war schon immer von der Modernität, den ersten Flugzeugen und dem Automobil fasziniert. Ich wollte Ingenieur werden… aber es war die Schmiedekunst, die aus mir einen Konstrukteur des 20. Jahrhunderts machte. Die Lehre im Atelier von Émile Robert im Jahre 1916 in Paris war schwer: 12 Stunden Schmiedearbeiten jeden Tag! Einige Jahre später, nachdem ich meinen Militärdienst abgelegt hatte und dank der finanziellen Unterstützung eines Freundes meines Vaters, konnte ich meine erste Schmiede- und Schlosserwerkstatt in Nancy eröffnen. Ich habe mir keine Zeit damit gelassen, die kleinen Objekte aufzugeben und mich dem Metallbau, der Architektur und dem Möbelbau zu widmen. Auf Bestellung oder in Serie, das wichtigste ist die Innovation!  Ende der 1920er-Jahre begann ich mit renommierten Architekten zu arbeiten: Mallet-Stevens, Tony Garnier, Eugène Baudouin und Marcel Lods, Le Corbusier… Genau wie sie stützte ich mich auf die neuen Materialien und Mittel der Eisenhüttenindustrie, aber auch eine soziale Ambition war mein Beweggrund: Ich wollte für so viele Menschen wie möglich produzieren und die Lebensbedingungen der Ärmsten verbessern.

Ich investierte in neue Maschinen, ich arbeitete an umfangreichen Projekten (Krankenhäuser, Rathäuser, Büros) und an großen Möbelaufträgen, wie jenem der Cité Universitaire in Nancy. Diese Art von Auftrag, die üblicherweise Kunsttischlern vorbehalten ist, war eine große Chance für mein Atelier! Ich bot ein metallisches Gesamtpaket – Sessel, Bett, Tisch, Stuhl und Regal – aus gefalztem Blech und Holz für rund 60 Zimmer an. Ein einfaches, günstiges und stabiles Mobiliar, das Tausenden von Studenten standgehalten hat! Schauen Sie sich den Sessel „Cité“ an: Er hat nicht nur das Jahrhundert gut überstanden, sondern wurde für den privaten Gebrauch auch mehrfach neu aufgelegt.